Datenschutz im Internet – Der digitale Fußabdruck

Erkennen, welchen Einfluss das Internet auf Ihre Privatsphäre hat.

Was ist ein digitaler Fußabdruck?

Unsere Besuche auf Webseiten aller Art gehen nicht ohne Spuren an den kontaktierten Servern vorbei. Im Gegenteil: besonders Firmen aller Art sind hochgradig daran interessiert, dass so gut wie jede Mausbewegung von Nutzerinnen und Nutzern aufgenommen und gespeichert wird.

Viele Unternehmen, besonders solche aus dem E-Commerce Bereich, sind sehr stark an den Vorlieben und Hobbys von Nutzern interessiert. Die Daten werden gespeichert, damit diese dann für effektives und gezieltes Marketing eingesetzt werden können. Es gibt auch einige Firmen, welche von genau diesen Datensätzen leben, da sie diese lukrativ weiterverkaufen. Darunter fallen beispielsweise die sozialen Medien Twitter und Facebook.

Der digitale Fußabdruck beinhaltet beispielsweise die geographischen Daten zu Logins von Nutzern. Durch IP-Adressen ist es mittlerweile ohne Probleme möglich, Nutzerinnen und Nutzer von Seiten geographisch zu orten.

Selbstverständlich gibt es heut zu tage kaum noch einen Bereich, durch den der digitale Fußabdruck so groß gemacht wird, wie in den sozialen Medien. Wer sich regelmäßig auf den großen Internetseiten oder Apps einloggt, und dort Fotos, Likes, Kommentare und Posts abgibt, der bereichert die großen Social-Media-Konzerne mit jedem Klick um weitere Daten, die diesen digitalen Fußabdruck weiter ergänzen können.

Warum sollte ich meinen digitalen Fußabdruck schützen?

Es ist in jedem Fall wichtig, den eigenen digitalen Fußabdruck zu schützen.

Es gibt überhaupt keine zuverlässige Aussage darüber, was mit den Datensätzen geschieht, die von Internen-Service-Providern, E-Commerce-Unternehmen und den Social-Media-Konzernen erhoben werden. Es ist nicht geregelt, ob die Daten, welche man dauerhaft hinterlässt, in den Händen von Regierungen, Hackern oder anderen landen.

Außerdem sind die Daten, die in einem digitalen Fußabdruck enthalten sind, oft hochgradig persönlich und intim. Daher sollte man seinen digitalen Fußabdruck effektiv sichern und so klein wie möglich halten.

den digitalen Fußabdruck schützen

Ist mein digitaler Fußabdruck permanent?

Der digitale Fußabdruck ist in jedem Fall von Dauer. Egal wann man etwas online tut, es wird alles immer auf ewig festgehalten und gespeichert.

Selbst wenn man Beiträge im Internet löscht, wurde das, was man gepostet oder geschrieben hat, schon längst gespeichert. Das liegt vor allem daran, dass Daten so viel leichter zu speichern sind als sie zu löschen sind.

Arten des digitalen Fußabdrucks

Man unterscheidet den digitalen Fußabdruck in zwei Arten:

Aktiver digitaler Fußabdruck

Zum einen gibt es den aktiven digitalen Fußabdruck. Dieser bekommt immer dann neue Daten und Spuren, wenn man aktiv Informationen eingibt und preisgibt. Dabei kann es sich beispielsweise um das Social-Media-Profil handeln. Aber auch Online-Formulare, Logins, etc. fallen unter den aktiven digitalen Fußabdruck.

Ein großer Vorteil des aktiven digitalen Fußabdrucks ist seine Transparenz. Man weiß immer genau, dass man gerade Informationen preisgibt, welche man angibt und wem man sie anvertraut.

Die aktive Angabe von Daten ist oft dann nötig, wenn man gewisse Funktionen nutzen möchte. Besonders häufig kommt das vor, wenn man Internetangebote nutzen möchte, die strengen gesetzlichen Regulierungen unterliegen. Hierbei kann es sich um den Konsum von Inhalten handeln, die beispielsweise erst ab 18 Jahren freigegeben sind, aber auch um das Online-Glücksspiel.

Beim Online-Glücksspiel gibt es meist gewisse Grenzen, ab wann die Anbieter ihre Kunden „kennen“ und gewisse Daten abfragen müssen. Dort handelt es sich dann viel mehr um eine Überprüfung der Einhaltung von Gesetzen und einem Schutz vor Missbrauch des Angebotes als um wirtschaftliches Interesse an den Daten.

Passiver digitaler Fußabdruck

Ganz anders ist es beim passiven digitalen Fußabdruck. Die meisten Menschen sind sich nämlich nicht bewusst, dass sie überhaupt Spuren hinterlassen, wann, wie und wo. Daher gibt es unglücklicherweise oft einen achtlosen Umgang mit den eigenen Daten.

Da die meisten Menschen nicht einmal wissen, dass sie so viele Daten im Internet hinterlassen, werden auch nur sehr wenige bis gar keine Gegen- oder Vorsichtsmaßnahmen getroffen.

Mittlerweile gibt es zwar zahlreiche Gesetze, Vorschriften und Verordnungen, welche die User besser schützen sollen, wie beispielsweise die DSGVO, jedoch liegt die Hauptverantwortung nach wie vor beim Verbraucher selbst.

Die Nutzer haben sich mittlerweile schon längst an die Cookie-Hinweise bei der Nutzung von Services gewöhnt, ohne wirklich darüber nachzudenken. Einige User sind sogar der Meinung, dass die Datenspeicherung sehr praktisch sei, da sie dank der Chronik jederzeit auf alte, schon mal besuchte Seiten zurückkehren und bei einem Login muss man sich dank der gespeicherten Passwörter nicht mehr jedes Mal erneut die Daten eingeben.

Wo werden digitale Spuren hinterlassen?

Durch digitale und smarte Hilfe kann man den Alltag also ein Stück weit erleichtern.

Jedoch werden gleichzeitig große Mengen an persönlichen Daten von intelligenten Geräten und Funktionen produziert und gesammelt.

Folgende Beispiele sind Teil der langen Liste, welche bei der Internetnutzung im Verlauf eines Tages Daten gesammelt werden:

  • Jeder einzelne Klick und jede besuchte Webseite werden von Browsern verfolgt und gespeichert.
  • Die sogenannten IP-Adressen werden von besuchten Webseiten ausgelesen. Diese können daher Rückschlüsse ziehen, unter anderem auf den Standort.
  • Um das Verhalten der User im Internet zu verfolgen und zu analysieren, verwenden Suchmaschinen in der Regel eigene Cookies.
  • In sozialen Netzwerken werden viele Informationen preisgegeben – von Namen und E-Mail-Adresse bis hin zu Bildern oder individuellen Interessen.
  • Sogar E-Mails, Messenger-Nachrichten und Chats sind heutzutage nicht mehr privat.
    Die Anbieter speichern, wer mit wem kommuniziert und wann. Oft werden diese Metadaten nicht einmal verschlüsselt.
  • Beim Online-Shopping werden von den Händlern ebenfalls viele Daten aufgezeichnet, wobei sowohl Daten zu Ihrem Verhalten als Käufer als auch Ihre persönlichen Informationen beim tatsächlichen Kaufprozess gesammelt werden.
  • Auch die YouTube-Videos welche Sie sehen werden von Google gespeichert.
  • Spuren wie der Standort oder WLAN-Daten werden auch dauerhaft von Smartphones hinterlassen. Dadurch ist es möglich ein regelrechtes Bewegungsprofil zu erstellen.
  • Einige Apps sammeln unbemerkt Daten, welche weit über die eigentliche Anwendung und die dafür erforderlichen Informationen herausragen.
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