Titelbild Digitaler Impfpass - Chance oder Gefahr?

Digitaler Impfpass: Chance oder Gefahr?

Der Zwiespalt zwischen Datenschutz und Freiheitsrückgewinnung.

Impfungen und deren Nachweisbarkeit

Im Kampf gegen das Corona-Virus steigt die Zahl an den geimpften Bürgern täglich an. Damit kommen Lockerungen in Bezug auf den Alltag und aufs Reisen, die nach dem Vorzeigen des Impfpasses mit vollständiger Impfung genossen werden können.

Dies bedeutet jedoch, dass es notwendig ist seinen Impfpass dauerhaft bei sich zu tragen. Um das zu vereinfachen, wurde der digitale Impfnachweis ins Leben gerufen.

Was genau das ist und welche Vor- oder Nachteile sich daraus ergeben können, wird im folgenden Beitrag erläutert. 

Illustration Digitaler Impfpass: Chance oder Gefahr?

Über den digitalen Impfpass 

Der digitale Impfpass wird verwendet, um die erhaltene Impfung zusätzlich nachzuweisen. Darin enthalten sind schützenswerte Informationen wie der Impfstatus, der Zeitpunkt der Impfung, der verwendete Impfstoff, die Impfdosis, der Name des Geimpften und das Geburtsdatum. Diese können digital in der CovPass-App oder in der Corona-Warn-App gespeichert und auf dem Smartphone jederzeit abgerufen werden.

Jedoch ist die Nutzung kein muss, das Angebot ist freiwillig. Das gelbe Impfbuch gilt also gleichermaßen.  

Die EU-weite Einführung des digitalen Impfpasses wurde am 1. Juli 2021 gestartet.  

Funktionsweise des digitalen Impfpasses

In der Arztpraxis oder im Impfzentrum werden die benötigten Daten eingegeben und übernommen. Daraufhin wird ein 2D-Barcode mit elektronischer Signatur zum Schutz vor Fälschung erstellt. Bei der Kontrolle werden der QR-Code und die Signatur überprüft.

Jede ausstellende Stelle, also zum Beispiel das Krankenhaus, die Arztpraxis, das Testzentrum oder die Gesundheitsbehörde besitzt einen eigenen digitalen Signaturschlüssel, welche EU-weit in einer sicheren Datenbank gespeichert sind.

Es wurde eine Schnittstelle eingerichtet, über die alle Zertifikat-Signaturen EU-weit überprüft werden können. Personenbezogene Daten werden hierbei nicht übermittelt. 

Der ausgehändigte QR-Code kann von den Bürgerinnen und Bürgern über die CovPass-App eingescannt werden.  Die Impfzertifikate werden nur lokal auf dem Smartphone gespeichert und können bei Bedarf abgerufen werden. Zur Überprüfung gibt es die „CovPass Check-App“, mithilfe derer der Impfstatus eingesehen werden kann. 

Der von der Arztpraxis oder dem Impfzentrum ausgehändigte QR-Code sollte jedoch unbedingt aufbewahrt werden, falls ein Handy verloren oder kaputt geht, gestohlen oder gewechselt wird.  

Die Nachteile des digitalisierten Impfpasses

Über einen Nachteil werden viele schon einmal nachgedacht haben – die Fälschungssicherheit. Durch die Digitalisierung des Impfdokuments stellt sich die Frage, wie sicher der neue Impfnachweis denn ist.

Fälschungen sind nicht zu hundert Prozent auszuschließen, denn leider wächst bei den Aussichten auf einen weitestgehend normalen Sommerurlaub auch die Motivation zum Betrug. Betrugsversuche sind jedoch auch beim „alten“ gelben Impfbuch nicht vollständig auszuschließen, da sich bedruckbare Etikette in Größe des Impfstoff-Aufklebers legal im Internet erwerben lassen. Mit der Fälschung des Stempels und der Unterschrift des Arztes ist das Werk auch schon vollbracht.

Bei nachträglichen Registrierungen in der Apotheke muss nun von den Mitarbeitern festgestellt werden, ob es sich um eine Fälschung oder ein Original handelt.

Falls eine Fälschung nicht als diese enttarnt wird, erhält ein nicht geimpfter Bürger oder Bürgerin einen digitalen Impfnachweis. Die Fälschung im gelben Impfbuch wird dann nicht mehr benötigt und dadurch auch nicht mehr in Frage gestellt. 

Ein weiterer Missbrauch könnte entstehen, wenn eine Person einen Impfnachweis eines anderen verwendet. Deshalb sollte auch immer zusätzlich der Personalausweis auf Übereinstimmung kontrolliert werden. 

Die Vorteile der digitalen Impfpassalternative

Dass der analoge sowie der digitale Impfausweis mehr Freiheiten bringt, liegt wohl auf der Hand.  Jedoch ist die Nutzung von Smartphones heutzutage für den Großteil nicht mehr wegzudenken, dadurch trägt man quasi sein neues digitales „Impfbuch“ ganz selbstverständlich bei sich.

Das hat den gravierenden Vorteil, dass nicht ein weiterer Gegenstand mit sich herumgetragen werden muss. Außerdem entfällt gleichzeitig die lästige Suche nach dem wichtigen Dokument. 

Bei Restaurant-, Konzert-, oder Veranstaltungsbesuchen kann durch die Kontroll-App die Impfung schnell nachgewiesen werden, ohne erneut die Originalität prüfen zu müssen. Außerdem erleichtert die Nutzung des digitalen Impfpasses den freien Personenverkehr, da er in allen EU-Mitgliedsstaaten anerkannt wird.

Mithilfe des Zertifikats können geltende Bestimmungen für Geimpfte aufgehoben oder gelockert werden. Somit ist man von Freiheitsbeschränkungen weitestgehend nicht betroffen, es sei denn, sie sind zum Schutz der öffentlichen Gesundheit notwendig und verhältnismäßig.  

Fazit 

Bei der Umsetzung des digitalen Impfausweises muss die Sicherheit oberste Priorität haben. Daher ist es enorm wichtig, die Echtheit des vorgelegten Dokuments genauestens zu überprüfen.

Laut Christian Splett von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) seien die Apotheken jedoch aufgrund der täglichen Echtheitsprüfung von Rezepten in der Lage Fälschungen zu entlarven. Außerdem muss dem Datenschutz ausreichend Beachtung geschenkt werden, welcher durch die lokale Speicherung auf dem Smartphone gegeben sein wird.

Der digitale Impfpass stellt eine bequeme Alternative, oder besser gesagt, Ergänzung zum analogen Impfpass dar. Sollte jedoch das Handy einmal verloren oder einfach nur der Akku leer gehen, ist es immer gut auf der sicheren Seite zu stehen und das gelbe Heft bei wichtigen Terminen, wie zum Beispiel Flügen, bei sich zu tragen.  

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